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DIE ZEHN GOLDENEN REGELN DES INVESTIERENS

Investieren ist keine Wissenschaft. Aber: Die Wissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten Erkenntnisse zusammengetragen, die die Grundlage von rationalem, überlegtem Investieren bilden. Die wichtigsten gesicherten Erkenntnisse haben wir für Sie in zehn goldenen Regeln der Geldanlage zusammengefasst:

REGEL 1: Es gibt nur eine Methode, richtig zu investieren

Investieren ist keine Glaubensfrage. Anleger können nicht unter verschiedenen Anlagestrategien zur langfristigen Geldanlage wählen. Alle seriösen, praktischen und akademischen Untersuchungen über Geldanlage zeigen seit Jahrzehnten, dass es nur eine einzige richtige Methode des Investierens gibt: langfristiges, passives und diversifiziertes Investieren in den gesamten Wertpapiermarkt .

REGEL 2: Wertpapiermärkte können nicht vorhergesagt werden

Wirtschaft ist nicht vorhersagbar. Auch Profis können die kurz- und mittelfristige Entwicklung an den Wertpapiermärkten nicht durchgehend korrekt prognostizieren (1). Jeder, der vorgibt die Zukunft zu kennen, sollte von Rechts wegen ein Clownkostüm tragen müssen.

Diese Erkenntnis hat weitreichende Folgen. Wer sie verinnerlicht, kann 99% aller Informationen zu Wertpapiermärkten als irrelevant ausblenden.

Aus diesem Grund haben aktiv gemanagte Fonds keine Existenzberechtigung. Weil Fondsmanager die Zukunft nicht kennen können, aber trotzdem enorme Gebühren für ihre Leistungen verlangen, schaffen es 60% bis 90% aller Fonds nach Abzug der Kosten nicht, den Marktdurchschnitt zu schlagen.

Da wirtschaftliche Entwicklungen generell nicht vorhergesagt werden können, sollte auch unsere Anlagestrategie nie auf kurz- oder mittelfristigen Prognosen irgendwelcher Art basieren. Diese grundlegende Einsicht hat zwei schwerwiegende Konsequenzen:

•  Versuchen Sie nicht, den richten Zeitpunkt zum Kaufen oder zum Verkaufen zu finden (engl. market timing) (2).

•  Versuchen Sie erst gar nicht, die momentan ,richtigen' Wertpapiere zu finden (engl. stock picking ). Beides hat mit Investieren nichts zu tun, sondern ist reine Spekulation.

Die einzig rationale Art zu investieren ist der Erwerb und das langfristige Halten der gesamten Anlageklasse. Das kann momentan über einen Indexfonds oder einen Exchange Traded Fund (ETF) auf einen Index erfolgen.

REGEL 3: Investieren Sie langfristig

Da die Wertpapiermärkte kurz- und mittelfristig nicht vorhersagbar sind (siehe Regel 2), muss jede seriöse Investition langfristig ausgelegt sein. Als Faustregel bietet sich an, Geld auf jeden Fall zumindest über zwei Wirtschaftszyklen anzulegen. Das sind im Schnitt zehn Jahre. Anleger mit einem kürzeren Investitionshorizont sollten sich auf risikoarme Wertpapiere wie Staatsanleihen oder gebundene Spareinlagen beschränken.

REGEL 4: Wie viel Risiko können Sie eingehen?

Die wichtigste Frage beim Zusammenstellen eines Portfolios ist das Risiko. Je mehr Risiko Sie eingehen wollen und können, desto höher wird die Rendite sein. Sie sollten nur so viel Risiko eingehen, wie Sie verkraften können. Können Sie einen kurzzeitigen Wertverlust des Portfolios von zehn Prozent verkraften? 20 Prozent? 30, 40 oder gar 50 Prozent? Dann müssen wir davon ein wenig abziehen, da sich gezeigt hat, dass Anleger generell ihre Risikotoleranz überschätzen. Denn wenn Sie beim nächsten Crash das Handtuch werfen und panisch verkaufen, bringt die schönste Portfolioplanung rein gar nichts.

Wenn wir die Frage nach unserer Risikotoleranz beantwortet haben, ergibt sich das Verhältnis von risikoreichen Wertpapieren (Aktien, Rohstoffe, Immobilien usw.) zu wertstabilen Wertpapieren (Staatsanleihen) fast schon von selbst.

REGEL 5: Bleiben Sie bei Ihrem Portfolio

Stellen Sie Ihr Portfolio einmal gut überlegt zusammen und bleiben Sie für immer dabei. Da wirtschaftliche Entwicklungen nicht vorausgesagt werden können, sollten Sie nicht versuchen, Ihr Portfolio den Marktentwicklungen anzupassen. Der tägliche Blick in den Börsenteil bringt rein gar nichts. Das garantiert nur langfristig eine unterdurchschnittliche Rendite.

Änderungen am Portfolio sind nur in zwei Fällen möglich: a) wenn das Ende Ihres Anlagehorizonts näher rückt, b) wenn das Risikoprofil Ihres Portfolios nicht mehr Ihrer Situation entspricht oder wenn der letzte Crash gezeigt hat, dass Sie Ihre eigene Risikobereitschaft überschätzt hatten.

REGEL 6: Kaufen Sie Anleihen und Aktien

Anleihen und Aktien bilden das Rückgrad jedes Portfolios. Deshalb muss ein gut diversifiziertes Portfolio zumindest diese beiden klassischen Anlageklassen (3) beinhalten. Das bewährte Paar Anleihen und Aktien sollte den Großteil Ihres Portfolios ausmachen, weil beide Anlageklassen sich gegengleich bewegen. Andere Anlageklassen sollten nur in geringem Umfang zur weiteren Streuung und Absicherung in Ihr Portfolio aufgenommen werden.

REGEL 7: Halten Sie die Kosten so gering wie möglich

Die Nebenkosten des Investierens werden von Privatinvestoren permanent unterschätzt. Denn wie beim Zinseszinseffekt wirken sich die Kosten mit zunehmender Haltedauer immer stärker auf die Rendite aus (wir können das den "Kostenkosteneffekt" nennen). Vor allem die wiederkehrenden Verwaltungskosten von Indexfonds und Exchange Traded Funds sind für langfristige, passive Anleger ein kritischer Punkt bei der Portfoliozusammenstellung.

REGEL 8: Ein gutes Portfolio ist einfach

Kaufen Sie nur Wertpapiere, die Sie zu 100 Prozent verstehen. Dazu kommt: Unkomplizierte Portfolios sind leichter zusammenzustellen und zu managen. Zu viele Portfoliobestandteile machen das regelmäßige Wiederherstellen der Portfoliostruktur (engl. Rebalancing ) unnötig kompliziert. Um erfolgreich zu investieren genügt es, ungefähr richtig zu liegen.

REGEL 9: Investieren Sie immer Ihr ganzes Geld

Ein langfristiges Portfolio muss immer zu 100% investiert bleiben . Jeder Versuch, mit dem Kauf von Wertpapieren zuzuwarten oder kurzfristig umzuschichten, beruht auf Prognosen (siehe Regel 2) und hat mit Investieren nichts zu tun. Eine gutes, passives Portfolio hat nie einen Bargeldanteil (Cash-Quote). (4)

REGEL 10: Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten

Gute Anlagen sind wie kleine Arbeiter, die sich unermüdlich für Sie abrackern: Bei Aktien arbeitet das ganze Unternehmen in Ihre Tasche. Bei Anleihen bezahlt Sie der Schuldner regelmäßig für das geliehene Geld. Immobilien können vermietet werden. Aber: Die meisten Dinge - Rohstoffe, Gold, Kunstwerke - arbeiten nicht und werfen keine Rendite ab. Spekulanten können dabei lediglich auf einen Preisanstieg hoffen. Durch die geringe Korrelation mit Aktien und Anleihen sind Dinge allerdings als Versicherung gegen Kursstürze interessant. Da aber Dinge nicht für uns arbeiten, sollten Sie nur einen geringen Teil des Portfolios ausmachen.

Fußnoten

1) Nur langfristig - also über 20 bis 30 Jahre und mehr - können relativ gesicherte Aussagen getroffen werden: Aktien stiegen beispielsweise in den letzten 200 Jahren im Durchschnitt 8% real pro Jahr.

2) Mit einer Ausnahme: Vermeiden Sie, in offensichtlich überteuerten Aktienmärkten mit großen Summen einzusteigen.

3) Beide Anlageformen existieren seit Jahrhunderten: Wenn Sie Anleihen kaufen, verleihen Sie Geld zu bestimmten Konditionen an einen Schuldner. Wenn Sie Aktien kaufen, erwerben Sie damit einen Teil eines Unternehmens.

4) Das heißt nicht, dass wir keine Geldreserven für unerwartete kleine und größere finanzielle Engpässe auf die Seite legen sollen. Aber diese Fettreserven haben nichts in einem Anlageportfolio zu suchen.

 

 

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