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Nun wählen Sie die Anlageklassen aus, aus denen Sie Ihr Portfolio zusammenstellen wollen: Sie können Geld verleihen (Staats- und Unternehmensanleihen), Wirtschaftsgüter kaufen und für sich arbeiten lassen (Aktien und Immobilien) oder auf Preissteigerungen von Dingen setzen (Rohstoffe, Gold, usw).

Wir können unser Geld nur auf zwei Arten anlegen: Wir können es auf Zeit an jemanden verleihen oder wir kaufen uns damit etwas. Wenn wir mit dem Geld etwas erstehen (und nicht konsumieren), können wir das Kapital für uns arbeiten lassen (investieren) oder auf einen Preisanstieg warten (spekulieren). Wenn unser Geld arbeitet, erwirtschaftet es regelmäßig Gewinne. Arbeitet es nicht, sind wir auf einen Preisanstieg angewiesen.

 

 

Wenn wir Geld verleihen

Wir können unser Geld einer Firma oder einem Staat auf bestimmte Zeit und zu festgelegten Bedingungen verleihen (Anleihen, auch Renten genannt). Das Unternehmen wird zu unserem Schuldner, wir zum Gläubiger des Unternehmens. Leihen Sie jemanden Geld, bekommen Sie dafür üblicherweise Zinsen. Es gibt Anleihen auf wenige Monate (im Jargon auch "Cash" genannt), mittelfristige Anleihen auf einige Jahre und langfristige Anleihen auf dreißig Jahr und mehr.

Wenn der Schuldner seriös ist, ist unser Geld wertbeständig angelegt. Anleihen sind aus drei Gründen weniger risikoreich als Aktien oder Immobilien:

- Wir erhalten den verliehenen Betrag nach einer vereinbarten Zeit zu 100% zurück

- Die Anleighen sind zeitlich beschränkt

- Anleihen werden bei einer Insolvenz des Schuldners bevorzugt rückerstattet

 

Wenn wir Vermögenswerte kaufen

Ein Investor kann einen Teil eines Unternehmens kaufen (=Aktien). Wenn Sie durch den Kauf von Aktien Mitbesitzer werden, erhalten Sie regelmäßig einen Teil des Gewinns des Unternehmens (=Dividende).

Anleger können aber auch Grundstücke und darauf stehende Gebäude - also Immobilien - kaufen. Besitzen Sie Teile einer Immobilie, zahlen die Mieter Ihnen regelmäßig eine Miete.

Generell ist Kaufen im Vergleich zum Verleihen risikoreich, da wir unser Geld nicht immer zu 100% zurückbekommen. Da Aktien und Immobilien einem größeren Risiko ausgesetzt sind als Anleihen, weisen sie prinzipiell auch eine höhere Rendite auf. Deshalb zählen sie zu den risikoreichen Anlageklassen.

 

Wenn wir auf Preissteigerung von Dingen spekulieren

Wir können auch Dinge erwerben, die das eingesetzte Kapital nicht arbeiten lassen. Das sind typischerweise Rohstoffe, Edelmetalle wie Gold, Nahrungsmittel usw. Das können aber auch moderne Kunst, gute Weine oder Oldtimer sein.

Gemeinsam ist dieser Kategorie, dass die Güter keine regelmäßige Rendite abwerfen. Investoren müssen einzig und allein auf eine Preissteigerung hoffen. Aufrund der Abhängigkeit von unbeeinflussbaren Preisschwankungen zählen auch Dinge zu den risikoreichen Anlageklassen.

 

Wählen Sie Anlageklassen aus

Unter den oben erwähnten Anlageklassen wählen Sie solche aus, die möglichst unabhängig von einander sind. Historisch gesehen waren das sichere Anleihen und Aktien. Sie bilden das Rückgrad jedes gut diversifizierten Portfolios. Rohstoffe, Immobilien und andere gehen ebenfalls nicht immer im Gleichklang mit diesen beiden, sind aber weniger zur Diversifikation geeignet.

Die Unabhängigkeit von Anlageklassen können Sie über den Korrelationskoeffizienten abschätzen. Korrelationskoeffizienten können Werte zwischen -1 und +1 annehmen. Eine negative Korrelation bedeutet einen gegenläufigen Zusammenhang (steigt Anlageklasse A, fällt Anlageklasse B und umgekehrt. Eine Korrelation um 0 zeigt keinen Zusammenhang:


Welche Rendite können wir bei diesen Anlageklassen erwarten?

Für Aktien der Industrieländer können wir über die nächsten Jahrzehnte mit einer durchschnittlichen Rendite von 8 Prozent im Jahr rechnen (5 Prozent real, also unter Einbeziehung der Inflation von geschätzten 3 Prozent im Jahr). Bei risikoreicheren Aktien der Schwellenländer steigt die Rendite auf 10 Prozent (7 Prozent real). Bei Aktien ist auch das Risiko dementsprechend hoch (Standardabweichung von 20% bzw. 40% im Jahr).

Bei Staatsanleihen bewegt sich die erwartete Rendite im Jahr zwischen 5,5 Prozent (2,5 Prozent real) für langfristige Anleihen und 4 Prozent (2% real) für kurzfristige Anleihen. Je sicherer der Schuldner ist und je kürzer das Geld gebunden wird, desto niedriger das Ausfallrisiko und damit auch die Rendite. Langfristige Unternehmensanleihen haben eine ähnliche erwartete Rendite.

 
 

Stellen Sie sich eine Mischung aus verschiedenen Anlageklassen zusammen

Jetzt stellen Sie sich eine geeignete Mischung aus verschiedenen Anlageklassen zusammen, die Ihrem Risikoprofil (siehe Schritt 1) entspricht:

  • Den wertbeständigen Anteil Ihres Portfolios füllen Sie mit wertbeständigen Anleihen.
  • Den risikoreichen Teil des Portfolios bestücken Sie mit risikoreichen Aktien und anderen renditestarken Anlageklassen.

 

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