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Der erste Schritt ist auch der wichtigste: Entscheiden Sie, wie viel Risiko Ihr Portfolio beinhalten darf. Das machen Sie, indem Sie das Verhältnis von risikoreichen (Aktien) zu risikolosen Wertpapieren (Staatsanleihen) festlegen.

Je mehr Risiko, desto höher die Rendite

Wer keine zeitweiligen Verluste ertragen kann, sollte bei Sparbuch und kurzfristigen Anleihen bleiben. Damit lässt sich aber nach Abzug der Inflation kein Vermögen ansparen, höchstens bewahren. Wer mehr Rendite will, muss höhere Schwankungen verkraften können. Risiko und Rendite sind die siamesischen Zwillinge der Geldanlage.

Die Gretchenfrage ist: Wie viel Risiko vertragen Sie? Deshalb ist der erste Schritt jeder Geldanlage eine ehrliche und möglichst korrekte Einschätzung, wie viel Risikos wir akzeptieren und ertragen können.

Wie viel Verlust können Sie verkraften?

Auch für erfahrene Investoren mit einem diversifizierten Portfolio war das Jahr 2008 der ultimative Elchtest. Dieses annus horibilis hilft Ihnen bei der Risikoabschätzung. Wenn Sie 2008 die Flinte ins Korn geworfen und Aktien, Rohstoffe oder Immobilien verkauft haben, war Ihre Anlagenaufteilung (engl. asset allocation) für Sie zu risikoreich. Haben Sie Ihre Anlagenaufteilung - wenn auch mit Magenschmerzen und nervösem Zucken - beibehalten, nicht verkauft und wie geplant regelmäßig umgeschichtet? Dann haben Sie offensichtlich das Portfolio, das zu Ihnen passt.

Wenn Sie 2008 noch nicht investiert haben, hilft ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, die Wertpapierbörsen erleben wieder einen ähnlich breiten Absturz wie 2008 (und das ist durchaus wahrscheinlich). Wie viel Prozent könnte Ihr Portfolio fallen, ohne dass Sie Ihre festgesetzte Portfoliostruktur aufgeben und panisch verkaufen? Zehn Prozent? Zwanzig Prozent? Dreißig Prozent? Oder gar vierzig Prozent?

Ziehen Sie davon zehn Prozent ab

Ziehen Sie von dem geschätzten Prozentsatz nochmals etwa zehn Prozent ab. Empirische Studien über Anlegerverhalten zeigen, dass wir unsere Risikobereitschaft generell überschätzen. Da wir um eine emotional bedingte Umstellung des Portfolios vermeiden sollten, bilden diese zehn Prozent auch einen Sicherheitspuffer. Schließlich soll das persönliche Risikoprofil jahrzehntelang Gültigkeit bewahren - auch wenn sich die persönlichen Verhältnisse ändern.

Berechnen Sie Ihren wertbeständigen Portfolioanteil

Den konservativ angepassten Prozentsatz suchen Sie in der Tabelle in Spalte 2 ("realistische Risikobereitschaft"). In Spalte drei können Sie die ungefähre Aufteilung Ihres zukünftigen Portfolios ablesen.

Empfohlener wertbeständiger Anteil am Portfolio bei unterschiedlicher Risikobereitschaft (für Anlagen ab zehn Jahren):

Bei einer minimalen Risikobereitschaft von 2% (sonst sollte man nicht investieren) liegt die ideale Aufteilung des Portfolios bei 80% wertstabilen Wertpapieren und 20% risikoreichen Wertpapieren. Umgekehrt liegt die Aufteilung bei einer hohen Risikobereitschaft von 40% bei etwa 30% wertbeständig zu 70% risikoreich.

Für viele Investoren wird die Risikobereitschaft irgendwo in der Mitte liegen. Typisch wäre eine geschätzte Risikobereitschaft von 30% (realistisch 20%), was ein Verhältnis von 45% an wertbeständigen und 65% risikoreichen Wertpapieren ergibt.

Allgemein ergeben sich - unabhängig von der Risikobereitschaft - zwei Aussagen: 1) Der wertbeständige Anteil sollte nie unter 30% liegen, weil sonst - und das überrascht etwas - die durchschnittliche Rendite wieder abnimmt. 2) Der risikoreiche Anteil sollte nie unter 20% liegen, da sonst die Vorteile der Diversifikation verschwinden.

 

 

 

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